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15.10.98

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BOIS DE LA PIERRE '98

Der "Bois de la Pierre" (Der Steinwald) ist eine kleine Gemeinde im Süden von Toulouse (Frankreich). Dort findet seit mehreren Jahren das vielleicht grösste Treffen von Gyrocoptern in Europa statt. Zugleich ist es der Standort der einzigen offiziellen Gyrocopter-Kunstflugstaffel.

Wir haben bisher noch nicht über Gyrocopter gesprochen, da diese bisher nicht unter die Kategorie der Ultraleichtflugzeuge fielen, sondern als Amateurkonstruktionen behandelt wurden. Mit der neuen französischen Gesetzgebung, die bis zum Ende dieses Jahres in Kraft tritt, wird dies jetzt anders. Nach jahrelanger Wartezeit (siehe: Gyrocoter 1997, Blois) werden nun auch die Gyrocopter bei uns eingereiht. .

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Erinnern wir uns, dass der Gyrocopter ein Drehflügler ist, wobei im Gegensatz zum Hubschrauber der Rotor nicht durch einen Motor angetrieben wird, sondern ausschliesslich durch den Fahrtwind. Der Gyrocopter kann als nicht völlig stationär in der Luft bleiben, aber er braucht nur sehr wenig Platz zu Start und Landung.

Seine hauptsächlichen Vorteile bestehen in einer besseren Handlichkeit gegenüber allen anderen Ultraleichtflugzeugen und einer in alle Richtungen hervorragenden Rundumsicht. Zudem ist der Gyrocopter sehr einfach und sicher zu steuern: eine Landung mit Autorotation ist problemlos zu bewerkstelligen, auf nur wenige Quadratmeter.

Wegen der durch die bisherigen Rechtsvorschriften bedingten Einschränkungen konnte sich, ausser in Italien und den USA, keine wirkliche Gyrocpter-Industrie entwickeln, und solche Maschinen im Eigenbau zu konstruieren ist nicht jedermanns Sache. Nunmehr jedoch werden die Piloten ihre Maschinen flugbereit oder im Bausatz kaufen und eine gute Ausbildung bei anerkannten Profis erwerben können.

Dies ermöglicht es endlich, bei Gewährleistung eines Maximums an Sicherheit die Weiterentwicklung dieser neuen Ultraleicht-Kategorie zu beschleunigen. Natürlich haben Mitarbeiter von ULM Europe ihre Sommerreisen auch dazu benutzt, um mal einen Gyrocopter auszuprobieren.

Unserer Meinung nach ist dieser Flugzeugtyp absolut ideal für Ausflüge, den Besuch auf Plätzen und die Luftfotografie aus geringer Höhe, und er ist dabei weniger schwierig zu steuern als ein moderner Dreiachser. Seine ausserordentliche Handlichkeit erlaubt es, auch dort noch sanft zu landen, wo andere Ultraleichtflugzeuge nicht hin gelangen können.

Während unserer verschiedenen Reisen in Europa haben wir des öfteren sagen gehört: "Der Gyrocopter, das ist ein gefährliches Ding". In Wahrheit verhält es sich aber wie bei allen anderen Fluggeräten auch: Der Gyrocopter hat seine besonderen Flugeigenschaften und es genügt, diese zu kennen und zu respektieren, um völlig sicher zu fliegen. Und es ist genau hier, wo sich eine gute Ausbildung bezahlt macht, ganz gleich, um welche Art Fluggerät es sich handelt. In Zukunft ist eine solche auf jeden Fall auch für den Gyrocopter zu erlangen.

Und wie war das mit der Sicherheit ? Unter allen Typen von Ultraleichtflugzeugen ist der Gyrocopter der einzige, der ohne Motorleistung auf nur zehn Metern sicher landen kann. Solches mit irgendeinem anderen Typ Ultraleichtflugzeug zu versuchen, käme einem Selbstmordversuch gleich. Und die Tatsache, dass tausende Gyrocopter in der Welt herum fliegen, ist der beste Beweis dafür, dass es sich hier um ein sicheres Fluggerät handelt. In den kommenden Jahren werden sich noch mehr Gyrocopter in die Luft erheben, und wahrscheinlich sehr bald werden auch Maschinen mit einer Traktionsanordnung des Motors auftauchen – denn zu aller Anfang, da wurden die ersten Gyrocopter von ihrem Motor gezogen, und nicht geschoben.

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Wegen der lange erwarteten Änderung der gesetzlichen Vorschriften in Frankreich, konnte die diesjährige Veranstaltung in Bois de la Pierre mit einigen Neuheiten aufwarten. Über diese werden wir auf den folgenden Seiten berichten.

FORTSETZUNG: DIE MASCHINEN

FORTSETZUNG: DIE KUNSTFLUGSTAFFEL

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